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dror feiler | so.9.11.2003 / im pavillon
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dror feiler - reeds
ästhetik an sich interessiert mich nicht. mehr als das, ich halte sie für gefährlich. wenn ich komponiere oder spiele, suche ich nicht schönheit, sondern wahrheit. sagt dror feiler, der in tel aviv zur welt kam, als sohn eines israelischen kp-chefs. eine prägung, besser: sozialisation, die dror, der seit 30 jahren schwede ist, allen wirrnissen zum trotz nie abzuschütteln in den sinn kam.
feiler bläst saxofone und klarinetten, oft mehrere zugleich, hantiert mit elektronik, gründete das trio LOKOMOTIV KONKRET und THE TOO MUCH TOO SOON ORCHESTRA, schreibt kammer- und orchestermusik fürs ensemble modern, das zeitkratzer ensemble oder das wiener klangforum und gestaltet solo-performances, aber auch, so wie am samstag im pavillon, vorträge über musik & politik.
absicht und praxis einer neuen avantgarde formuliert feiler als demokratie von sounds, die vorhandene hierarchien von instrumenten, ensembles und narrativen strukturen durchbricht. als labyrinth, als die fülle von beziehungen, widersprüchen, unterschieden, brüchen. als fähigkeit zum widerstand. musizieren ist für feiler nichts weniger als strategie und subversion. wo der intellekt auf den manischen raver trifft.
schön, wie feiler mit seiner konkreten lokomotive durchs ulrichsberger kaleidophon dampfte, um an einem 1. mai (!) die internationale aus den zuvor eigenhändig erzeugten trümmern erstehen zu lassen. mit der rohen, rauen schönheit eines linksradikalen albert ayler. dror feiler: ich will meine musik mit aller suggestiven kraft ausstatten, mit der aggressivität der wucht von rock, noise, trash und techno ? und mit dem raffinement und der feinheit der neuen musik. mit musik, die die zuhörer aktiviert.
- dror feiler, the celestial fire ankarström
- lokomotiv konkret, kein aber leo
- the too much too soon orchestra, what is the point of paris? Fylkingen
zum vortrag von dror feiler |
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