di. 12. april LEO SMITH & THE GOLDEN QUARTET
vvk €12 (haas, strassmair, weltladen)
„wadada’s life and music –
his very being – is about love“     john zorn                                                                             

mit wadada leo smith steht wieder mal ein absoluter ausnahmemusiker
ins haus. 1941  in leland/mississipi als sohn des bluessängers alex „little bill“
wallace geboren, bekam er musik tatsächlich in die wiege gelegt. beeinflusst
von miles davis und als mitzwanziger in us-army-bands spielend, ging smith
in den 60ern nach chicago und dort geradewegs in die arme der aacm, jener
revolutionären vereinigung schwarzer musiker, die versuchten, dem wilden
aufschrei des schwarzen freejazz eine struktur zu geben. hier liegt wahrscheinlich
die wurzel seiner einzigartigen herangehensweise improvisation als
komposition zu verwenden und auch zu sehen.
„doing research“ ist einer der schlüsselbegriffe von leo smith, was allerdings mit
„suchen“ oder „forschen“ unzulänglich übersetzt ist, eric mandel übersetzt es mit:
„studieren, sich hineinversenken, um es sich auf höchstem künstlerischen niveau
anzueignen und in den eigenen kosmos zu überführen“. dies ist sehr gut erkennbar
bei seiner interpretation von miles davis (meiner meinung nach der einzigen, die
zählt), indem er genau das weglässt, was sowieso nur miles konnte (und dadurch
auch durfte), nämlich die klare harte hierarchische herangehensweise eines
„bandhitlers“, wenn es ausnahmsweise mal unblumig erlaubt ist.
sein doing research macht vor nichts halt, und das ist mutiger als es den anschein
hat, denn spiritualtiät ist zwar ein gern gesehenes schlagwort (vor allem) im jazz,
aber, hand aufs herz, sich wirklich in eine wie auch immer geartete spiritualität
„hineinzuversenken, um sie in den eigenen kosmos zu überführen“ bedarf einer
gewissen furchtlosigkeit resp. selbstsicherheit, und die hat dieser mann, die zeigt
sich vorallem in seinem „respect“ vor allem. den verdienen die mitglieder des
golden quartet allemal, schlagzeuger ronald shannon jackson bspw. spielte
mit albert ayler, ornette coleman,ende der 80er mit bill frisell im unglaublich
dynamischen, fast schon heavy-metal-jazzigen trio power tools, bassist john lindberg
war schon öfters heir zu gast (erstmals bei unlimited 88 mit dem string trio of
new york und zu pianist vijay iyer meint der „new yorker“: one of todays most
important pianists.
und abschliessend noch larry ochs, kurator von unlimited 2005, der leo smith
erstmals 1976 sah: a beautiful, glorious, sensory experience of
sound/silence/light/shadow that has forever changed my way of listening to
music, and of hearing.
 
back »