Über uns

Der Kulturverein waschaecht, vormals Welser Kulturinitiative, formierte sich im Jahr 1981 - also zu einer für die Entstehung von freien Initiativen, auch außerhalb der Großstädte, sehr fruchtbaren Zeit. Erste Aktivitäten entstanden aus dem Anspruch, einer als entweder bürgerlich-elitär oder als rein konsumorientiert wahrgenommenen städtischen Kulturszene ein kritisches und progressives Gegengewicht zu verpassen.

Von Beginn an war auch die Absicht deutlich, Kulturarbeit in der Stadt und Region nicht als Möglichkeit zur Profilierung einiger Weniger zu betrachten, die sich auf die Zurschaustellung von Kunst in weitgehend abgeschlossenen Räumen beschränkt. Vielmehr sollte Kultur zu den Menschen gebracht werden, und zwar vor allem jene, die sich abseits des so genannten „Mainstreams“ bewegt. Ebenso klar wurde bereits in den ersten Veranstaltungen, dass Kulturarbeit in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen betrachtet wird. Ziel war es, eine aktive Auseinandersetzung mit lokalen und globalen Verhältnissen anzuregen.

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Auch im 36. Jahr seines Bestehens verfolgt der Kulturverein waschaecht den Anspruch, das Unangepasste im Neuen zu suchen und das Verrostete im Bewährten zu hinterfragen. Entsprechend diesem Anspruch fasst das kulturelle Leitbild des Kulturvereins waschaecht die wesentlichen Grundsätze unserer initiativen Kulturarbeit zusammen:

„Kultur ist ein grundlegendes Lebensmittel jeder offenen und solidarischen Gesellschaft. Die Schaffung eines Klimas, in dem Auseinandersetzung, Begegnung und Kreativität gefördert werden, ist deshalb ein Hauptanliegen des Kulturvereins waschaecht Wels. Lebendige und leibhaftige Auseinandersetzung soll einer bloß konsumorientierten Freizeitgestaltung entgegenwirken.

In erster Linie sind wir VermittlerInnen von zeitgenössischer Musik. Vorrangiges Anliegen dabei ist es, innovative Entwicklungen eines breiten musikalischen Spektrums zu erfassen, und sie den Vereinsmitgliedern sowie einem größtmöglichen Publikum näher zu bringen. Es interessieren uns hauptsächlich jene Strömungen, die sich abseits von massenkompatibler und kommerzieller Kultur manifestieren.

Die Tatsache, dass wir in erster Linie "MusikveranstalterInnen" sind, schließt nicht aus, dass in unserer Tätigkeit (a) auch andere Kunstformen wie Literatur, Film oder Kabarett Berücksichtigung finden und (b) Kulturvermittlung nicht nur durch Konzerte oder Lesungen, sondern etwa auch in Form von Workshops, Vorträgen oder Diskussionsveranstaltungen erfolgt.

Ein wesentliches Augenmerk legen wir auf die lokalen Potentiale. Diese sollen im Rahmen der Möglichkeiten des Vereins (z.B. durch Schaffung von Auftrittsmöglichkeiten) unterstützt und in Kontakt mit nationalen und internationalen Geschehen gebracht werden.

Das jeweils im November stattfindende Festival „music unlimited“ stellt den Höhepunkt der jährlichen Vereinsarbeit dar. Als offenes Kommunikationsmedium geben wir die Zeitschrift druckaecht heraus. Wir sehen in der Subventionierung durch die öffentliche Hand eine Notwendigkeit, ohne die eine innovative und kontinuierliche Kulturarbeit nicht möglich ist.

Durch unsere Mitgliedschaft in der oberösterreichischen Kulturplattform KUPF und in der IG Kultur betonen wir die Notwendigkeit einer solidarischen und gewerkschaftlichen Orientierung der unabhängigen Kulturszene."


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Entlang dieses Leitbilds entwickeln sich inhaltliche Schwerpunkte in der jährlichen Programmgestaltung, auch in Form laufender Formate und Projekte. Derzeit sind dies vor allem:


1. (Free) Jazz & improvisierte Musik mit jährlichem Höhepunkt beim Festival „music unlimited“ Anfang November;

2. Independent-Musik von Pop und Rock über Hip-Hop bis zur elektronischen Musik mit Schwerpunkt auf österreichischen KünstlerInnen, v.a. bei den Fixpunkten Schl8hofball, Fastenbrechen, Rad&Roll und Weihnachtscorner;

3. Thematisierung von Geschlechterverhältnissen und Kampf gegen Sexismus und Diskriminierung aufgrund heteronormativer Geschlechterstereotypen im Rahmen der Reihe „Take Over!“;

4. Qualitativ interessante Randerscheinungen der Literatur und von der Öffentlichkeit bislang wenig wahrgenommene AutorInnen im Rahmen der Reihe „Experiment Literatur“;

5. Partizipatives und improvisiertes Musikschaffen in der Großformation im Rahmen des von Gigi Gratt initiierten Projekts „GIS Orchestra“.


Das Bestehen der genannten Formate und Projekte versteht sich als Momentaufnahme und schließt keinesfalls das Entstehen neuer Formate und Projekte aus.