VERSCHOBEN! (s. www.youki.at)
19.11.21 19:00

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VERSCHOBEN! (s. www.youki.at) YOUKI Lesung | experiment literatur | Anna Draxl | Barbi Markovic

Eintritt: €10

Ort: Alter Schl8hof

YOUKI ist Österreichs größtes, internationales Jugend Medien Festival und findet jährlich Ende November in Wels (Oberösterreich) statt. Das Kernstück des Festivals bildet der Internationale Filmwettbewerb, der jährlich rund 90 Kurzfilme junger Regisseur_innen bis 27 Jahren umfasst. Workshops, Jugend-Medienprojekte, Vermittlungsprogramme, Konzerte und Partys bilden das Rahmenprogramm. Zudem versammelt YOUKI renommierte Vertreter_innen der Film-, Medien- und Kulturbranche. Das Festival ist mehr als eine Leistungsschau: Vor allem die  informellen Begegnungen mit anderen Festivalgästen und das ausgelassene, gemeinsame Feiern, Plauschen und Pläneschmieden unterscheiden das Festival von herkömmlichen Kulturveranstaltungen. Auch YOUKI verschreibt sich also einem tendenziell hedonistischen Festivalansatz: Allabendlich klingen die Festivaltage beim kommunikativen Get-Together im Rahmen der YOUKI-Nightline aus. Daran beteiligt sich der KV waschaecht gern mit zwei YOUKI-Kooperationsabenden, einer davon beinhaltet Lesungen in der Reihe "experiment literatur".

Postkarten, die durch die Zeit reisen können, italienisches Schokoladeneis und ein riesiges psychowirtschaftliches Desaster der 90er Jahre. Zu Gast sind Anna Draxl, die während der YOUKI Sommer Edition in Wels residierte und Barbi Markovic. Moderiert wird der Abend von der Literaturwissenschaftlerin Jana Waldhör!

„Wir sind ohne Erdbeeren und italienisches Schokoladeneis |  aber gelb in der weiten Landschaft | die Post am Straßenrand“ (Anna Draxl)

Lesung von Anna Draxl

Eine Lesung über alte Postautos, Aquarien, hochgezogene Augenbrauen und die Gleichzeitigkeit des Verlierens und Findens. In Form einer literarischen Collage schichten sich Erinnerungen über Stimmen, schichten sich über Orte, schichten sich über Dinge und halbfertige Sätze: bis die Bedeutungen in diesem Geflecht sich verschieben und die Frage auftaucht: Wer findet wen?

Anna Draxl, aufgewachsen in Klagenfurt / Celovec studiert Germanistik an den Universitäten Graz und Wien und der Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Anna setzt sich mit mit Schreib- und Aufzeichnungspraktiken, zeitgenössischen Textformen und Feminismus auseinandern.

 

Barbi Markovic: „Die verschissene Zeit“ (Residenz, 2021)

" 1.2.4.1. Das Banovo brdo der Neunziger ist seltsam, es wimmelt von verzweifelten Menschen und klugen, unabhängigen Tieren."

(Aus: Die Prinzipien der verschissenen Zeit, In: Die verschissene Zeit. Das Rollenspiel)

Belgrad, 1995: Marko, seine Schwester Vanja und Kasandra aus der Roma-Siedlung leben im riesigen psychowirtschaftlichen Desaster der 90er-Jahre – einem Teufelskreis aus Armut, Gewalt, Inflation, Drogen und neuen Technologien. Doch gibt es in diesem genialen Roman auch Gangs und Dealer, einen verrückten Wissenschaftler und eine Zeitmaschine, eine Balkan-Pop-Ikone und schrägen Sex, es gibt Bombardements und Zerstörung, aber auch Musik und Freundschaft. Und als die drei Jugendlichen in das Kriegsjahr 1999 katapultiert werden, begreifen sie, dass sie ihre Stadt aus den verheerenden 90ern befreien müssen. In einer rasanten Verfolgungsjagd versuchen sie, den Schlüssel zur Zeitschleife zu finden und Geschichte neu zu schreiben.

Barbi Markovic wird nicht nur aus ihrem neuen Roman „Die verschissene Zeit“ lesen, sie wird auch das gleichnamige und dem Buch beigelegte Rollenspiel präsentieren. Denn ganz im Sinne des diesjährigen Festivalfokus LOST & FOUND lädt die Autorin die Leser_innen in der „verschissenen Zeit“ dazu ein, mit Marko, Vanja und Kassandra durch das Belgrad der Allneunziger zu streunen und die Geschichte immer wieder neu zu schreiben, neu zu finden. Der Roman wird dabei zum magischen Würfel, zu einer Maschine, die uns immer wieder neue verrückte Abenteuer finden lässt, aber auch auf eine gemeinsame Expedition in die Tiefen der kollektiven Erinnerung führt.

Barbi Markovic geboren 1980 in Belgrad, studierte Germanistik, lebt seit 2006 in Wien. 2011/2012 war sie Stadtschreiberin in Graz. 2009 machte Markovic mit dem Thomas-Bernhard-Remix-Roman „Ausgehen“ Furore. 2016 erschien der Roman „Superheldinnen“, für den sie den Literaturpreis Alpha, den Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises sowie 2019 den Priessnitz Preis erhielt. 2017 las Barbi Markovic beim Bachmann-Preis, 2018 wurde „Superheldinnen“ im Volkstheater Wien aufgeführt. Sie verfasste zahlreiche Kurzgeschichten, Theaterstücke und Hörspiele. Zuletzt erschien im Residenz Verlag „Die verschissene Zeit“ (2021).

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